Die Neuerungen im Überblick
Nächstes Jahr istes soweit: Die neuen Version von Office und des SharePoint Servers werden veröffentlicht. Zahlreiche Elemente werden sich ändern, viele Funktionalitäten werden neu hinzukommen. Im Folgenden möchte ich einen kurzen Überblick über die wichtigsten Neuerungen zusammenfassen.
Die Oberfläche
Das auffälligste Merkmal wird die neue Oberfläche sein. Sie wurde stark umgestaltet, vor allem im Hinblick auf die Unterstützung alternativer Browser wie Firefox und Safari. Die Unterstützung von Internet Explorer 6 wird eingestellt, was auch recht schnell sichtbar wird, wenn man damit die neue Oberfläche besucht.
Das von Office 2007 bekannte Ribbon-Menü wird nun auch SharePoint, genauso wie durchgängig alle Office-Applikationen schmücken und auch entsprechend kontextsensitiv sein. D.h., wenn man ein Dokument markiert, werden weitere Ribbon-Tabs mit entsprechenden Funktionen eingeblendet und aktiviert. Durch die starke Verwendung von AJAX-Technologien wirkt die Oberfläche reaktionsfreudiger und nebenher wurde damit auch noch die Anzahl der Page-Refreshs stark reduziert, was sich positiv auf den erzeugten Traffic auswirkt.
Allerdings bringt es auch Nebenwirkungen mit sich: Durch die Möglichkeiten von AJAX werden sehr viel mehr Requests ausgelöst, die zwar weniger Daten übertragen, jedoch vor allem im Bereich der "Office Web Apps" viele Anfragen an den Server stellen. Hierzu jedoch später mehr.
Die Service-Infrastruktur
Mit SharePoint 2007 wurde der Shared Service Provider eingeführt, der eine Applikationsunabhängige Service-Schicht einziehen sollte. Nachteile waren die unabänderliche Verknüpfung von z.B. User Profiles, Search und Business Data Catalog. Ein separater Index führte immer zu einem weitere User Profile Store, der separat mit dem Verzeichnis und den anderen Stores synchronisiert werden muss.
Der SSP ist jetzt Vergangenheit und die einzelnen Funktionalitäten werden als Services instanziierbar, genannt Service Applications. D.h. es können z.B. mehrere Excel Service Applications erzeugt werden, die unterschiedliche Webapplikationen bedienen. Oder auch mehrere Search-Instanzen. Dies öffnet neue Möglichkeiten vor allem für Hosting-Umgebungen, da die Administration der einzelnen Applications delegiert werden kann.
SharePoint Designer
Von den Office-Applikationen hat wahrscheinlich der SharePoint Designer 2010 die meisten Änderungen erfahren. Ribbon-Menü und komplett neue Struktur machen ihn (wie auch schon vorher) zu einer mächtigen Applikation zur Anpassung von SharePoint. Auch diese Version soll - diesmal aber von Anfang an - kostenlos zur Verfügung stehen.
Sehr viele Eigenschaften der Elemente lassen sich nun direkt im SPD anpassen bzw neue Elemten auch erstellen: Eigenschaften, Titel, Berechtigungen, Inhaltstypen, Listen, Bibliotheken, usw. Vor allem im Bereich der Workflows gibt es sehr Positives zu berichten: Workflows können nun mehrfach verwendet werden. Einzelne Teile können als Templates in mehreren Workflows eingebettet werden. Die Liste der Aktionen hat stark zugenommen, beispielsweise ist es nun ohne Erweiterungen möglich, Berechtigungen auf Listenelemente zu setzen, ein in Unternehmen oft gewünschtes Feature.
Fazit
"SharePoint wird erwachsen" hat man schon bei der letzten Version gehört. Auch diese Version war schon bereit für den Unternehmenseinsatz und hat die meisten Ansprüche sehr gut erfüllt. Die neue Version bringt sehr viel im Hosting-Bereich, es kommen neu, teils schmerzlich vermisste Funktionen hinzu, die eine sehr viel größere Flexibilität erlauben.
Auch der Anwender wird sich umstellen müssen, allerdings werden sich das die meisten aufgrund der einfacheren Bedienbarkeit doch gefallen lassen.
Ein Wort noch zum Upgrade: Wer Sites der Vorgängerversion umzieht, über Backup-Restore, Content-DB-Attach oder ähnliches wird zuerst noch die alte Oberfläche zu Gesicht bekommen. Erst nach einem Umschalten in den Settings wird die neue Oberfläche Anwender begrüßen.



