SPC2012: Keynote, What’s new und Search

Erster Tag auf der SharePoint Conference 2012 in Las Vegas, bei knappen 10°C aber sonst einwandfreiem Wetter. Die Keynote stimmte die über 10.000 Teilnehmer bereits auf die Veranstaltung im Mandalay Bay Convention Center ein.

Zu hören und sehen gab es in der KeyNote von Jaret Spataro, Jeff Teper, Scott Guthrie und David Sacks einige Neuerungen von SharePoint 2013, jedoch war das Thema SharePoint Online und generell die Cloud stärker vertreten. Microsoft will dieses Thema stark voran treiben. In Zukunft soll es alle 3 Monate Updates für SharePoint Online geben, die neue Funktionalitäten hinzufügen. Weiterhin habe ich mir die Sessions zu “What’s new in SharePoint 2013 for IT Pros” und “Architecture of Search in SharePoint 2013” angeschaut. Im Folgenden möchte ich alle Sessions zusammenfassen:

Deferred Site Collection Upgrade

Nach dem Hinzufügen einer Content Database wird nur das DB Schema aktualisiert, alle Content-Upgrade-Aktionen werden auf später verschoben. Die Site Collections sehen dabei nicht nur wie in SharePoint 2010 aus, sondern verhalten sich auch genauso, da die komplette 2010er-Infrastruktur noch Bestandteil des Systems sind. Über die Site Settings kann dann ein Upgrade vorgenommen werden, dass erst das eigentliche Upgrade vornimmt und die neuen Funktionen aktiviert. Ein Site Collection Admin kann das auch Testen. Hierbei wird eine Kopie der Site Collection über SQL Snapshots oder Backup/Restore angelegt. Bevor ein Upgrade gestartet wird, wird der Site Health Check ausgeführt, sollte dieser Fehler ergeben, wird das Upgrade nicht zugelassen. Der Health Check kann jedoch auch durch den Administrator manuell eingesehen werden.

Wenn eine Site Collection im 2010er-Mode angezeigt wird, erscheint für den Site Collection Administrator am Kopf der Seite eine Notification Bar, die ihm das Upgrade anbieten. Diese Bar kann auch für andere Hinweise genutzt werden, sie zeigt z.B. auch an, wenn die Datenbank im ReadOnly-Mode ist.

EDiscovery

Nachdem EDiscovery bereits in SharePoint 2010 Einzug gehalten, aber aufgrund von Einschränkungen nicht sonderlich stark genutzt wurde, wurde dieses Feature für 2013 runderneuert. Man legt nun Cases an, die Datensätze nicht nur in SharePoint, sondern auch in Exchange Mailboxen über die Suche finden und einsammeln können. Erst wenn ein Benutzer Änderungen an dem Element vornimmt, werden Kopien des Elements angelegt.

Performance

Auch an der Performance wurde in dieser Version wieder geschraubt. Hier sind folgende Features zu nennen:

  • Verbesserte Bandbreitennutzung durch “Minimal Download Strategy”: Page Requests übertragen nun nur noch Deltas der neuen Seite, d.h. das gesamte Chrome wird nur beim ersten Zugriff übertragen. Das Feature ist pro Website abschaltbar, sollten bestimmte WebParts damit nicht kompatibel sein
  • Shredded Storage: Es werden nur Änderungen an Dokumenten gespeichert, indem die BLOBs einer Datei in mehrere Segmente aufgeteilt werden
  • Request Management: Zugriffe können auf Basis der Auslastung bzw. der Health weitergeleitet werden

Search

FAST Search gehört nun der Vergangenheit an. Jedenfalls als separates Produkt. Die Funktionalitäten sind mit der SharePoint Search verschmolzen und nochmal erweitert worden. Hierzu gehört z.B. der Continouus Crawl, der nicht auf einem Schedule, sondern dem ChangeLog von SharePoint arbeitet. Die weiteren Änderungen hier in einem kurzen Überblick:

  • Keine Property Database mehr, Metadaten werden im lokalen Index abgelegt
  • Crawl Components und Crawl Databases sind nun unabhängig voneinander erstellbar
  • Refinement Panel kann über eine Konfigurationsoberfläche geändert werden, keine XML-Bearbeitung mehr notwendig
  • Result Sources ersetzen Scopes und bieten mehr Funktionalität
  • Query Rules erweitern eine Suche bei bestimmten Stichworten. Z.B. erzeugt eine Suche nach “Company Slide” einen Result Block (hervorgehobener, umrahmter Ergebnissatz) mit PowerPoint-Dateien mit dem Stichwort “Company”
  • Erweitertes Client Object Model und neues REST-Interface
  • Content Extractors: Author und Smart Title Extractor versuchen bei Dokumenten mit fehlenden Document Properties diese Eigenschaften aus dem Inhalt zu extrahieren

Requirements

Um SharePoint 2013 zu betreiben stehen folgende Anforderungen fest:

  • Windows Server 2008 R2 oder Windows Server 2012 (keine Webserver Edition und keine Client Installation)
  • Active Directory Domain oder Standalone Installation (Workgroup Installation wird nicht mehr unterstützt)
  • >=8GB RAM, für Developer-Installationen warden 24GB empfohlen

Architektur

  • Load Balancer müssen nun nicht mehr mit Stickiness konfiguriert werden. Die AppFabric Cache Services stellen einen Distributed Cache bereit, der zum einen Social Data, aber auch Authentication Tokens über alle Server verfügbar macht.
  • Self Service Site Creation kann nun mit eigenen Formularen verwendet werden. Zusätzlich kann mit Hilfe eines Content Type Hub auch definiert werden, dass eine Information Management Policy ausgewählt werden muss, die die Dokumente dann z.B. nach einem Jahr löscht oder archiviert. Somit können Datengräber minimiert werden.
  • Licensing Enforcement: Umgebungen mit Mischlizenzen können nun auch direkt in einer Site Collection oder Site verwendet werden. Per PowerShell können Active Directory Groups mit bestimmten SharePoint Lizenzen markiert werden. Würde ein User mit einer Standardlizenz dann eine Excel Services WebPart anzeigen, erscheint für das WebPart nur eine entsprechende Fehlermeldung.
  • Site Health Checks

User Profile Service

Der User Profile Service hat nun keine Social-DB mehr. Diese stellte einen Flaschenhals dar, die Daten wurden daher in die MySite-Content-Database verschoben. Hiermit ist die Skalierung besser gegeben. Der Active Directory-Import ist nun stark verbessert worden, zusätzlich zum intern und externen Forefront Identity Manager kann nun auch ein direkter AD Import konfiguriert werden, der jedoch dann z.B. das Zurückschreiben in das AD nicht unterstützt.

Sonstige Neuigkeiten

  • SkyDrive Apps für iOS, Windows Phone 7 und 8 und Windows 8 werden bis Q1 verfügbar sein, für die MS-Plattformen schon früher
  • Yammer (Neuer Zukauf von Microsoft) wird günstiger und für SharePoint Online-Kunden (ab E1) kostenlos integriert werden.
  • Oberflächenneuerungen in Sharepoint, wie Drag & Drop, einfaches Branding, Neue Search-WebParts und Features
  • Synchronisation von Aufgaben in Exchange und SharePoint, zentrale Übersicht über alle Aufgaben
  • Web Analytics gibt es nicht mehr als eigene Service Application. Die Funktionalität wurde von der Suche übernommen

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